Änderung der Kleinbetragsregelung in § 33 UStDV

Rückwirkend zum 01.01.2017 wurde die Grenze für Kleinbetragsrechnungen von 150 EUR auf 250 EUR (brutto) erhöht.

Die Kleinbetragsregelung sieht für den Vorsteuerabzug geringere Anforderungen an die erforderlichen Rechnungsangaben vor. So entfällt die Angabe des Leistungsempfängers. Auch die gesonderte Umsatzsteuer-Ausweisung kann entfallen.

Die Kleinbetragsregelung darf nicht angewendet werden bei innergemeinschaftlichen Lieferungen, bei Reverse-Charge-Umsätzen und im Versandhandel.

Änderungen in der G&V durch BilRUG

Das am 18.06.15 verabschiedete Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetz (BilRUG) hat zu Änderungen in der Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung (§ 275 HGB) geführt. So gibt es keine außerordentlichen Aufwendungen und Erträge mehr und der Begriff der "Umsatzerlöse" wurde neu (umfassender) definiert.

Die Ausweisung von außerordentlichen Aufwendungen und Erträgen (§ 277 Abs. 4 HGB) in der G&V wurde gestrichen. Die DATEV-Konten "außerordentliche Aufwendungen" und "außerordentliche Erträge" entfallen. Andere Konten, die bisher dem außerordentlichen Ergebnis zugeordnet wurden, werden den G&V-Positionen "sonstige betriebliche Aufwendungen" bzw. "sonstige betriebliche Erträge" zugeordnet, z. B. Verluste durch außergewöhnliche Schadensfälle oder Erträge durch den Verkauf von bedeutenden Beteiligungen.

Aufwendungen und Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung sind im Anhang anzugeben (§ 285 Nr. 31 HGB). Hierfür wurden neue Statistikkonten im DATEV-Kontenrahmen eingerichtet, z. B. 9991 "Erträge (aperiodisch)".

Bisher wurden nur solche Erlöse als Umsatzerlöse definiert, die aus dem Verkauf und der Vermietung/Verpachtung von Waren und Dienstleistungen stammen, die für die Geschäftstätigkeit typisch sind (§ 277 Abs, 1 HGB). Jetzt sind alle Erlöse aus Verkauf, Vermietung oder Verpachtung von Produkten und Dienstleistungen als Umsatzerlöse auszuweisen (nach Abzug von Erlösschmälerungen, Umsatzsteuer und sonstigen, direkt mit dem Umsatz verbundenen Steuern).

Dies führt dazu, dass einige Konten, die bisher unter "sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wurden, zu "Umsatzerlösen" werden, z. B. Schrotterlöse, Erträge aus Mahngebühren etc.. Diese Umgliederung kann dazu führen, dass sich die Größenklasse des Unternehmens ändert.

Die geänderte G&V-Gliederung gilt für die Wirtschaftsjahre ab 2016. Ein geänderter BWA-Rahmen A2 kann in Ihre FIBU integriert werden.

Änderungen bei den SEPA-Lastschriften

Seit dem 21.11.2016 gelten einige Vereinfachungen bei den SEPA-Basis-Lastschriften (CORE). Dies sind im wesentlichen:

  • Änderung der Vorlauffrist auf 1 Tag (D-1). Damit sind die bisherige Basis-Lastschrift CORE und die EURO-Eil-Lastschrift COR1 gleichgestellt. Die EURO-Eil-Lastschrift COR1 entfällt.
  • Die Unterscheidung zwischen Erst-Einreichung (FRST) und Folge-Lastschrift (RCUR) ist nicht mehr erforderlich, es gibt nur noch RCUR.

Anmerkung zur Scheck-Erstellung / -Erfassung:
Ab dem 21.11.2016 werden neue Scheckformulare von den Kreditinstituten nur noch mit IBAN (anstelle von Bank-Konto-Nr und BLZ) in der OCR-Zeile zur Verfügung gestellt. Die "alten" Scheckformulare können aufgebraucht werden (bislang ohne zeitliche Beschränkung).

GoBD - gültig ab 01.01.2015

Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) ersetzen die bisher geltenden Grundsätze ordnungsgemäßer DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) und die Grundsätze zum Datenzugriff und Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU).

Nachfolgend werden einige Anforderungen aus den GoBD kurz erläutert und dargestellt, wie bestehende FIBU-Funktionen hierfür genutzt werden können. Bei Rückfragen steht Ihnen die ABF-Hotline gerne zur Verfügung.

Grundsätze der Wahrheit, Klarheit und fortlaufenden Aufzeichnung

Vollständige und lückenlose Erfassung aller Geschäftsvorfälle - Prüfung mit Hilfe der Belegnummern-Suche

Keine Doppelerfassung desselben Geschäftsvorfalls - Vermeidung durch Aktivierung der Belegnummern-Kontrolle

Zeitgerechte Buchungen und Aufzeichnungen - Sperre eines Buchungsmonats nach Abschlussarbeiten/UST-Voranmeldung

Anforderungen an das Belegwesen (Belegfunktion)

Zuordnung zwischen Beleg und Buchung anhand exakter Identifikationsmerkmale - Verwendung eindeutiger Belegnummern

Hinreichende Erläuterung des Geschäftsvorfalls - Erfassung von Buchungstexten

Das BMF-Schreiben zu den GoBD vom 14.11.2014 kann auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums (SERVICE / BMF-Schreiben) heruntergeladen werden.

Neuerungen beim Reverse-Charge-Verfahren

Ab dem Programmstand 06/2015 können auch Umsätze, bei denen die Steuerschuld auf den Leistungsempfänger übergeht, manuell gebucht bzw. importiert werden, wenn die Rechnung sowohl Artikel mit Mehrwertsteuer als auch Artikel ohne Steuer (Reverse Charge) enthält. Dies gilt sowohl für Eingangs- als auch für Ausgangsrechnungen. Entsprechende Einrichtungshilfen erhalten Sie hier.

Allgemeine Erläuterungen zum Reverse-Charge-Verfahren erhalten Sie hier.